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Filter


Kaktus mit und ohne Polarisationsfilter Diese Nebeneinanderstellung zeigt die Wirkung des Polarisationsfilters: Bei der Aufnahme mit Filter (rechts) ist das Blau des Himmels kräftiger.

Wenn man einen Polarisationsfilter (kurz Polfilter genannt) vor eine Spiegelreflexkamera setzt und ihn ein wenig hin- und herdreht, kann man durch den Sucher seine Wirkung sehen. Aber denken Sie daran: Bei manchen Kameras dreht sich beim Scharfstellen der Filterring vorn am Objektivrohr mit, so daß sich auch die Position und damit die Wirkung des Filters ändern. Kontrollieren Sie vor dem Auslösen, ob der Filter richtig ausgerichtet ist. Bei einfachen Sucherkameras ohne Spiegel muß man den Filter in die Hand nehmen und hier die gewünschte Ausrichtung bestimmen; anschließend setzt man ihn in genau dieser Stellung vor das Objektiv.

Der Polfilter dient in erster Linie zur Ausschaltung polarisierten Lichts und zum Löschen von Reflexen auf glänzenden Oberflächen. Darüber hinaus lassen sich damit atmosphärische Trübungen teilweise kompensieren. Außerdem kann man sich die Tatsache, daß man mit einem Polfilter vor dem Objektiv mit der Belichtung etwas hochgehen muß, zunutze machen, indem man die Schärfentiefe durch eine größere Blende verringert, beispielsweise um dem Hintergrund eine gewisse Unschärfe zu verleihen und so die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das zentrale Motiv zu lenken. Dieses Verfahren eignet sich besonders, um bei Aufnahmen mit hochempfindlichem Film in hellem Sonnenlicht die Schärfentiefe zu verringern.

Belichtung

Der Polfilter absorbiert einen gewissen Lichtanteil, der durch eine längere Belichtungszeit ausgeglichen werden muß. Bei normalen, von vorn belichteten Motiven ist die Belichtung anderthalb Stufen höher einzustellen, wobei die Stellung des Filters keine Rolle spielt. Bei von der Seite oder von oben beleuchteten Motiven, also beispielsweise dann, wenn Sie den Himmel dunkler erscheinen lassen möchten, geben Sie nochmals eine halbe Stufe dazu; die Belichtungszeit ist hier also insgesamt zwei Stufen höher zu wählen als ohne Polfilter. Bei weit entfernten Objekten und bei Landschaften mit sehr geringem Schattenanteil kann diese zusätzliche halbe Stufe meist entfallen.

Wenn Sie den Polfilter verwenden, um helle Reflexionen zu löschen, wird das Motiv dadurch insgesamt dunkler. Setzen Sie daher die Belichtung um nochmals eine halbe Stufe höher an. Diese zusätzliche halbe Stufe wäre dann zu den anderthalb Stufen für die Kompensation des Grundlichtverlustes durch den Filter sowie gegebenenfalls zu der halben Stufe Lichtrichtungszugabe zu addieren.

Wozu solche komplizierten Berechnungen, wo es doch Belichtungsmesser gibt, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen. Die Antwort lautet wie folgt: Der in die Kamera eingebaute oder separate Belichtungsmesser liefert je nach Stellung des Filters verschiedene Werte. Die nötige Belichtungskompensation ist aber nicht von der Filterstellung abhängig, sondern immer dieselbe. Ein einfaches Beispiel: Sie möchten mit dem Polfilter erreichen, daß der Himmel ein kräftigeres Blau bekommt. Der Belichtungsmesser stellt daraufhin fest, daß das Bild insgesamt dunkler geworden ist, und setzt die Belichtungszeit entsprechend höher an, um dies wieder wettzumachen. Genau das ist es aber, was Sie nicht wollen, weil dadurch erstens der Himmel wieder so hell ist wie vorher und zweitens die ganze Aufnahme überbelichtet wird. Die obengenannten Richtwerte sind daher auf jeden Fall die bessere Wahl.

Beachten Sie auch, daß sich die teildurchlässigen Spiegel, wie sie in Autofocus-Kameras (und in manchen Kameras mit Belichtungsautomatik) eingebaut sind, häufig nicht mit herkömmlichen linearen Polfiltern vertragen. Hier kann es zu Problemen mit dem Belichtungssystem und sogar mit den Autofocus-Funktionen kommen. Für die meisten Autofocus-Kameras dürfen daher ausschließlich zirkulare Polfilter verwendet werden, bei denen die Kristalle nicht in Linien-, sondern in Kreisform angeordnet sind. Sehen Sie vor dem Filterkauf in der Bedienungsanleitung nach, welche Typen für Ihre Kamera geeignet sind.