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Teleobjektive


Weißkopf-Seeadler Bei Aufnahmen von Tieren in freier Wildbahn benötigt man ein Teleobjektiv. Bei diesem mit großer Blende aufgenommenen Foto erhält das Motiv, ein Weißkopf-Seeadler, durch die Unschärfe der Blätter eine Art Rahmen.

Fotograf: Michael Radford KINSA /KODAK-Fotowettbewerb








Das Teleobjektiv hat eine längere Brennweite als das Normalobjektiv. Aus technischer Sicht bezeichnet der Begriff telefotografisch, von dem das Wort Teleobjektiv sich herleitet, eine bestimmte Art der Anordnung optischer Linsen mit positivem Vorderelement und negativem Rückelement. Bei nach diesem Prinzip aufgebauten Teleobjektiven im eigentlichen Sinne ist die Baulänge häufig geringer als die Brennweite. In der Praxis werden jedoch alle Objektive, deren Brennweite länger ist als die des Normalobjektivs, als Teleobjektive bezeichnet, und so wollen wir es auch im weiteren halten.

Das Teleobjektiv ist gewissermaßen das diametrale Gegenteil des Weitwinkelobjektivs. Es hat einen geringeren Bildwinkel als das Normalobjektiv und erfaßt somit ein kleineres Blickfeld. Entfernt liegende Objekte scheinen auf einer Teleobjektivaufnahme daher näher beim Betrachter zu liegen als bei einer Aufnahme mit Normalobjektiv. Man kann die vergrößernde Wirkung des Teleobjektivs in etwa mit der eines Fernglases oder Fernrohrs vergleichen.

Ein Teleobjektiv benutzt man in der Regel dann, wenn man mit der Kamera nicht so nahe an das Motiv herkommt, wie man gerne möchte – zum Beispiel bei einem Fußballspiel in einem großen Stadion, oder wenn man ein Krokodil im Amazonas oder eine Ritterburg hoch oben auf einem Berg fotografieren möchte, ohne dabei Kopf und Kragen oder gar einen Platzverweis durch den Schiedsrichter zu riskieren. Mit dem Teleobjektiv kann man das Motiv optisch näher zu sich heranholen, wenn der umgekehrte Weg nicht in Frage kommt.

Perspektive und Wahl des Bildausschnitts

Russische Kathedrale Bei dieser Aufnahme läßt sich gut erkennen, wie das Teleobjektiv den Raum staucht, indem es die einzelnen Bildelemente näher zusammenrücken läßt.

Fotografin: Mady Noble KINSA /KODAK-Fotowettbewerb

Aber das Teleobjektiv eröffnet noch weitere, nicht ganz so naheliegende Verwendungsmöglichkeiten. So eignen sich beispielsweise Objektive im Brennweitenbereich 75 mm bis 105 mm wunderbar für Porträtaufnahmen in Kopf- und Schulteransicht. Die Entfernung zum Modell kann dabei mit einem mittleren Teleobjektiv ohne weiteres zwei Meter oder mehr betragen, was eine ganze Reihe von Vorteilen hat: Zum einen wird dadurch der Abstand Nase–Ohren im Verhältnis zur Aufnahmeentfernung sehr gering, so daß es nicht zu einem karikierenden Effekt wie beim Weitwinkelobjektiv kommt; des weiteren bietet die vergrößerte Entfernung mehr Bewegungsfreiheit, indem man sich nicht ständig ins Gehege kommt, wenn man mit Kamera und Stativ hantiert oder das Modell umplaziert.

Es wurde bereits erwähnt, daß das Weitwinkelobjektiv Entfernungen größer erscheinen läßt. Beim Teleobjektiv ist, wie man sich leicht denken kann, das genaue Gegenteil der Fall: Entfernte Bildelemente scheinen hier näher beieinanderzuliegen als in Wirklichkeit. Bei extremen Teleobjektiv-Einstellungen lassen sich damit interessante Effekte erzielen, etwa bei Aufnahmen von Großstädten oder von in der Ferne liegenden Bergdörfern. Je größer der Abstand, desto dichter zusammengedrängt erscheinen die Bildelemente. Da durch den sehr engen Bildwinkel des Teleobjektivs keine in der Nähe liegenden Objekte auf dem Bild zu sehen sind, hat das Auge keine Anhaltspunkte, um die Entfernungen richtig einzuschätzen.

Durch seinen engen Bildwinkel eignet sich das Teleobjektiv auch dazu, störende Elemente aus dem Bildausschnitt auszuschließen. So können Sie beispielsweise die Komposition so gestalten, daß man auf dem Foto zwar die pittoreske Kirche, nicht aber den häßlichen Wasserturm unmittelbar daneben sieht (oder umgekehrt). Bei einer Sportveranstaltung oder beim Karnevalsumzug können Sie ungestört zwischen den Köpfen der anderen Zuschauer hindurchfotografieren.

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