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Der Weg zum guten Foto

Survey

Zoomobjektive


Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Rande der Niagarafälle und möchten Ihr Motiv, die winzigen Gestalten auf der Plattform unten im See, ein Stückchen näher heranholen. Die übliche Methode, nämlich den eigenen Standpunkt zu verlagern und einfach ein paar Schritte vorzugehen, könnte sich hier rasch als fatal erweisen. In solchen Fällen ist ein Zoomobjektiv unverzichtbar. Bei der Fotoreihe rechts wurden Zoomobjektive mit den Brennweiten 28 mm, 100 mm und 200 mm verwendet.

Aufnahme mit 28-mm-Objektiv
Aufnahme mit 100-mm-Objektiv
Aufnahme mit 200-mm-Objektiv

Das Zoomobjektiv gehört heute zu den beliebtesten Spezialobjektiven. In der Vergangenheit stand es in dem Ruf, schwer, umständlich zu bedienen und weniger scharf zu sein als Objektive mit fester Brennweite. Das hat sich mittlerweile geändert: Moderne Zoomobjektive sind leicht, einfach zu bedienen und liefern scharfe Bilder. Es gibt Zoomobjektive für Autofocus-Kameras und für Kameras mit manueller Brennweiteneinstellung.

Der größte Vorteil des Zoomobjektivs besteht darin, daß man damit viele verschiedene Brennweiten zur Verfügung hat, aber nur ein Objektiv benötigt. Statt beispielsweise ein Weitwinkelobjektiv, ein Normalobjektiv und ein Teleobjektiv mit sich herumzuschleppen, können Sie auch einfach ein Zoomobjektiv mit einem Bereich von 35 bis 135 mm mitnehmen. Aber das Zoomobjektiv ist weit mehr als nur ein Ersatz für verschiedene Objektive mit fester Brennweite: Es stellt alle Brennweiten zur Verfügung, die im jeweiligen Zoombereich liegen. Sie müssen sich also nicht zwischen Normalobjektiv oder Teleobjektiv entscheiden, um ein Beispiel zu nennen, sondern können jede beliebige Brennweite zwischen den beiden Werten wählen.

Zoomobjektiv Viele Fotografen haben das Zoomobjektiv schätzen gelernt, weil es praktisch und flexibel ist. Das hier abgebildete Zoomobjektiv unterstützt Brennweiten zwischen 28 und 200 mm und ersetzt damit alle dahinter aufgereihten Objektive mit fester Brennweite.

 

Ebenso verlockend ist, daß man mit dem Zoomobjektiv den Bildausschnitt genau bestimmen kann, ohne den eigenen Standpunkt zu verändern. Sie brauchen nicht näher an das Motiv heran- oder weiter davon wegzugehen, sondern können einfach an Ort und Stelle stehenbleiben und die Zoomweite so einstellen, daß der Bildausschnitt genau Ihren Vorstellungen entspricht. Mit einem Zoomobjektiv für den Bereich Weitwinkel bis Telefoto beispielsweise können Sie beim Betriebsausflug die um den Picknicktisch versammelte Abteilung zunächst mit Weitwinkeleinstellung auf ein Gruppenfoto bannen und anschließend näher heranzoomen, um Porträts von den einzelnen Kollegen zu schießen. Dabei brauchen Sie selbst keinen einzigen Schritt zu tun.

Es gibt Zoomobjektive für verschiedene Brennweitenbereiche. Am gängigsten sind die Bereiche Weitwinkel bis normal (28 bis 50 mm oder 21 bis 50 mm), Weitwinkel bis Telefoto/mittel (35 bis 105 mm oder 35 bis 135 mm) sowie Weitwinkel/mittel bis Weitwinkel/voll (80 bis 200 mm). Zoomobjektive mit sehr großem Brennweitenbereich – z. B. 28 bis 210 mm oder 50 bis 300 mm – sind im allgemeinen schwerer und weniger scharf als die mit mittelgroßem Bereich; außerdem sind sie teurer. Bei den Nahfocus-Entfernungen werden dabei bis zu 3 m erreicht.

Als Einsteigerlösung eignen sich vor allem Zoomobjektive im Bereich Weitwinkel bis Telefoto/mittel (z. B. 35 bis 135 mm). Hier steht ein großer Brennweitenbereich zur Verfügung, die Geräte sind leicht und haben verhältnismäßig große maximale Blenden. Eine gute Wahl sind auch Zoomobjektive im Bereich Telefoto/mittel bis lang (ca. 70 bis 210 mm), die recht umfassende Telefoto-Möglichkeiten bieten, bei denen sich der Bildausschnitt bei Bedarf aber auch erweitern läßt. Häufig verfügen Zoomobjektive in diesem Bereich auch über Makrofunktionen für Nahaufnahmen kleiner Objekte.

Die meisten heute verwendeten Zoomobjektive sind "One-Touch"-Objektive, bei denen durch Verschieben des Fokussierrings gleichzeitig scharfgestellt und die Brennweite verändert wird. Daneben gibt es noch "Two-Touch"-Objektive, bei denen Focus und Zoom separat eingestellt werden. Auch Autofocus-Zoomobjektive sind erhältlich. Diese sind sogar noch einfacher zu bedienen, weil hier das Scharfstellen automatisch erfolgt und Sie sich ganz auf die Einstellung der richtigen Brennweite für den gewünschten Bildausschnitt konzentrieren können.

Zoomobjektive haben zweifellos viele Vorzüge, aber auch einige Nachteile. Zum einen sind sie recht groß und schwer; dies gilt besonders für längere Telefoto-Zoomobjektive. Ein weiteres Problem ist die Neigung der Zoomobjektive, das Licht im gesamten Bild merklich zu streuen. Wenn man allerdings vor der Wahl zwischen dem Zoomobjektiv auf der einen Seite und einer Vielzahl von Objektiven mit fester Brennweite auf der anderen Seite steht, fällt die Entscheidung zugunsten des Zoomobjektivs recht leicht. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß das Zoomobjektiv etwas teurer ist als ein Objektiv mit ähnlich langer fester Brennweite. Dafür ersetzt es einem aber gleich mehrere derartige Objektive auf einmal, so daß es letztendlich doch wieder die günstigere Anschaffung ist – von der größeren Flexibilität einmal ganz abgesehen.

Etwas schwerer wiegt da schon, daß Zoomobjektive generell weniger lichtstark sind, d. h., ihre maximale Blende ist kleiner als bei gleichwertigen Objektiven mit fester Brennweite. Des weiteren haben die meisten Zoomobjektive eine variable maximale Blende, die bei höheren Brennweiten abnimmt (so daß weniger Licht einfallen kann). So beträgt zum Beispiel bei einem Objektiv mit 70 bis 210 mm Brennweite und Blende 4,5–5,6 die maximale Blende bei 70 mm Brennweite 4,5, bei den längeren Brennweiten aber nur noch 5,6. Diese kleineren Blenden-Zahlen führen zu längeren Belichtungszeiten und diese wiederum dazu, daß die Bilder leichter durch Bewegungen des Motivs oder der Kamera unscharf werden. Außerdem wird durch den verringerten Lichteinfall bei kleineren Blenden auch das Scharfstellen schwieriger, besonders bei schwachem Licht.

Im übrigen gilt alles, was Sie auf den folgenden Seiten über Weitwinkel- und Teleobjektive erfahren, auch für Zoomobjektive, die über die entsprechenden Brennweiten verfügen.